Der Untergang des Männerlandes

Heute hatte ich ein Gespräch mit meiner Physiotherapeutin (die eigentlich meine Alexanderlehrerin ist – aber das versteht ja wieder keiner) über die Identitätskrise des deutschen Mannes*. Denn während Frauen* sich so während der letzten Jahrzehnte sukzessive emanzipierten und sich selbst neu entwarfen, steht der Mann* von heute vor einem echten Problem: „Wenn Frau* jetzt arbeitet, Löcher in die Wand bohrt, sich durch künstliche Befruchtung Kinder zeugen lässt – wozu bin ich dann noch gut??“

Da kann ich nur antworten: Keine Ahnung, lieber Mann*, wofür ich Dich jetzt eigentlich noch brauche!

Angeblich, so meine Physiotherapeutin, die ja eigentlich gar keine ist, sondern eine Alexandertechniklehrerin – aber das nur am Rande… wo war ich? Ach ja, also die Heike sagte, Frau* habe damals ganz früher mal keine Lust mehr auf dieses dumme Gejage gehabt. War ihr zu anstrengend und auch zu riskant für die Brut. Also dachte sie sich: Ich mach jetzt lieber Ackerbau. Gesagt getan, sie fing an zu pflanzen und zu ernten. Da kam der Mann* nach Hause, entdeckte ihre Schritte zur Unabhängigkeit und erfand schnell Maschinen bzw. Werkzeuge für den Ackerbau, um seine Wichtigkeit und Unverzichtbarkeit zu beweisen. Und so ging das immer weiter: Frau* hatte eine grandiose Idee zur Emanzipation, dann kam der Mann* und versuchte sie wieder von sich abhängig zu machen und das erfolgreich bis… heute.

Heute ist der Mann* nur mehr Werkzeug der Frau*. In jeder Beziehung die ich kenne ist die Frau* das Gehirn der Operation, der Mann* lediglich das ausführende Organ und als solches natürlich völlig austauschbar. Die Frau* ist ohne Mann* absolut lebensfähig, da sie nun studieren und arbeiten kann, handwerklich begabt ist und sich von ihrem schwulen Freund ein Retortenbaby machen lassen kann. Und der Mann*? Der Mann* kann ohne seine Frau* nicht überleben. Wer würde denn für ihn kochen, ihm sagen, dass er neue Socken braucht und ihn an sämtliche Geburtstage seines sozialen Umfelds erinnern?! Genau: niemand! Ohne seine Frau* wäre der Mann* also hungrig, nackt und einsam.

Natürlich weiß Mann* das und versucht deshalb mit fiesen Mitteln, die Emanzipation zu untergraben. Eines seiner Werkzeuge sind Frauen*magazine. Und ich rede hier nicht von den anspruchsvollen Blättern, die von Frauen* herausgegeben werden, sondern von Zeitschriften, die eigentlich die Erwachsenenversion von Bravo darstellen. Sowas wie Instyle, Glamour oder InTouch (letzteres hat übrigens wahrhaftig einen Chefredakteur!). Mithilfe dieser Magazine versucht Mann* das geistige Niveau der Frau* wieder auf ein Level herabzusetzen, dass es ihm ermöglicht, sich zumindest unverzichtbar zu FÜHLEN. Diese subtile Strategie erkennt eins zum Beispiel an den Bildunterschriften: „Cameron Diaz trinkt eine Cola“. Nichts anderes zeigt das Bild, aber Frau* wird suggeriert, dass sie diese zusätzliche Information zum Erkenntnisgewinn benötigt. Beim nächsten Mal schaut sie auf ein vergleichbares Bild und ist sich plötzlich nicht mehr sicher, ob Cameron Diaz hier eine Cola oder eine Pepsi trinkt, vergisst aber, sich die alles entscheidende Frage zu stellen, nämlich: Wen zum Teufel interessiert das eigentlich?? Doch damit nicht genug. Frauen*zeitschriften zerstören auch das weibliche* Zahlenverständnis. Preiswerte Sommermode: Unser Model trägt hier ein Top von Prada für 1.499 €, dazu eine Gucci Sonnenbrille für 4.199€ – ein Schäppchen! Im gesamten Magazin ist nicht ein einziger Artikel über Themen wie Beruf oder Bildung vorhanden – vielleicht mal abgesehen von den Bücherempfehlungen, die zu 99% aus der Kategorie „Jugendbuch ab 12“ stammen, plus 1% Ratgeber mit Titeln wie „Essstörungen zum Mitmachen“ oder „Schönheits-OPs für Dummies: Mit einer Fahrradpumpe von A auf Doppel-D“. Die Köder legt Mann* übrigens dort aus, wo viele Frauen* sich oft aufhalten: im Friseursalon, in der gynäkologischen Praxis und im Nagelstudio.

Es ist also Achtung geboten! Frauen*: lasst die Finger von den Hochglanzblättern! Männer*: statt uns in alte Rollenmuster zurück zu zwingen, veranstaltet doch lieber Eure eigene Emanzipation!

One thought on “Der Untergang des Männerlandes

  1. Flo

    „Ich bin der größte Fan von Alice Schwarzer und der Emanzipation. Seitdem müssen wir die Frauen nicht mehr ernähren, sie arbeiten für ihr Geld, wohnen alleine, sie erziehen ihre Kinder. Der Feminismus ist nur für die Männer gemacht!“
    Rolf Eden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>