Von Prinzen und Vögeln

„Wo bleibt eigentlich der Prinz mit seinem scheiß Gaul?“
Das fragen sich viele Frauen* inzwischen öffentlich auf T-Shirts und Frühstücksbrettchen. Sie wollen daran glauben, dass irgendwo auf der Welt der perfekte Mann* herumläuft, der sie aus ihrem tristen Singleleben erretten wird. Ja, dieser Prinz, der einem jeden Wunsch von den Augen abliest, einem tagtäglich von Neuem den Hof macht, dessen Liebe unendlich ist und mit dem man glücklich und zufrieden bis an das Ende seiner Tage lebt.
 
Aber wie zum Teufel kommen diese Frauen* darauf, dass ein Prinz all dies zu geben imstande ist? Haben die denn Grimms Märchen nicht gelesen?
 
Nehmen wir zum Beispiel mal Aschenputtels Märchenprinzen. Hatte der wirklich etwas mit diesem Traumbild zu tun, außer dass er einen „scheiß Gaul“ besaß?
In dem Märchen sind die wahren Helden meiner Meinung nach die Vögel, während der Prinz ein absoluter Blindgänger ist. Die Vögel helfen dem Aschenputtel beim Auslesen der Körner, die Vögel bringen ihm das Kleid, mit dem es auf den Ball geht. Und was macht der Prinz? Der ist so geblendet von dem tollen Kleid, dass er sich die Frau*, die es trägt, gar nicht richtig ansieht! Darüber hinaus hat er über drei Partys hinweg nicht genug Eier, sie nach ihrer Telefonnummer zu fragen. Das Ende vom Lied: Er weiß weder wie sie heißt, noch wo sie wohnt und sein einziger Anhaltspunkt ist ein Schuh. Ein Schuh, der vermutlich ziemlich müffelt. Immerhin wurde er während einer langen Disco-Nacht getragen. Da riecht auch ein Frauen*schuh nicht mehr nach Parfüm! Bis hierhin ist der Prinz also vor allem eins: feige!
 
Aber die Schmach des Prinzen geht noch weiter. Er kommt auf die geniale Idee, dass dieser Schuh ja nur der Frau* passen kann, die auf dem Fest in seinen Armen gelegen hat! Sehen wir mal davon ab, dass durchaus mehrere Frauen* dieselbe Schuhgröße haben können und attestieren dem guten Mann* zumindest mal Intelligenz. Aber dann: Wären da nicht die Vögel gewesen, hätte der Prinz zweimal die falsche Braut mit nach Hause genommen! Und das, obwohl wir doch alle wissen, dass Aschenputtels Stiefschwestern nicht nur zickig, sondern auch ziemlich hässlich gewesen sind. Das ist dem Prinzen offenbar ebenso entgangen wie die Blutlachen, die die Damen* hinter sich herzogen.
 
Die Farce gipfelt in der Hochzeit. Die Brüder Grimm berichten uns, dass die bösen Schwestern sich allen Ernstes noch auf das Hochzeitsfest einschleichen, um schlechte Stimmung zu verbreiten. Wer schreitet ein? Nein, nicht der Prinz. Der hat nicht genug Arsch in der Hose und nimmt sich lieber noch ein Kaviar-Häppchen. Es sind die Vögel, die den beiden gehässigen Weibern* die Augen auspicken.
 
Mal ehrlich: Aschenputtels Prinz ist eine totale Flasche! Hätte Aschenputtel ein ebenso übersteigertes Idealbild ihres Zukünftigen gehabt wie so manche Frau* heutzutage, wäre sie nie hinterm Ofen vorgekommen.
 
Was lernen wir daraus? Prinzen sind doof! Vögeln ist klasse!

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