Valentinstag

Ich möchte gerne etwas über den Valentinstag schreiben, weil ich denke, dass das in meinen Blog passt. Aber eigentlich fällt mir dazu gar nix ein…

Meine Mutter hat mir beigebracht, den Valentinstag nicht zu begehen, da er eine Erfindung der amerikanischen Geschenkartikelindustrie sei. Aber meine Mutter hat mir auch beigebracht, mir nicht die Beine zu rasieren, weil ich mich damit einem künstlichen, amerikanisierten Frauenideal unterwerfen würde. Und ich mache es trotzdem.

Männer* lehnen den Valentinstag im Allgemeinen ebenfalls ab. Noch ein Tag, an dem sie sich etwas einfallen lassen müssen. Als ob Geburtstag, Weihnachten, Nikolaus, Ostern und diverse Jubiläen noch nicht reichen würden. Man(n)* kann doch gar nicht so viele gute Ideen haben.

Frau* liebt den Valentinstag. Sie erwartet, dass sich ihr Schatz um sie kümmert, sie zum Essen einlädt, sie massiert, ihr die Sterne vom Himmel holt und teuren Schmuck schenkt. Dafür ist sie auch gerne bereit, ihrem Schatz etwas zu kaufen, was sich dieser wirklich wünscht. Z.B. ein Kuschel-Muschel-rosa-Plüschherz oder ein T-Shirt mit einem aufgedruckten Bild aus dem letzten Italienurlaub. Natürlich in Herzform.

Aber warum muss das eigentlich so sein? Warum ist es die Frau*, die am Valentinstag primär verwöhnt wird und nicht der Mann*? Liegt da vielleicht der Hund begraben? Wie wäre es, wenn es beim Valentinstag nicht um Schoki, Blumen und Parfüm, sondern um Akkuschrauber, Rasierklingen und Autolack ginge? Vielleicht würde Mann* sich dann mehr auf diesen Tag freuen.

Ich persönlich finde die klassische Valentinstagskombi (Pralinen und Blumen) eigentlich ganz schön. Denn wann bekommt eine_r schon mal Pralinen und Blumen!? Warum wird das eigentlich nicht als Kombi-Paket verkauft, wo eins doch heutzutage alles im Kombi-Paket kaufen kann? In Spanien gibt es sogar abgepackt 12 Weintrauben, die mensch sich dann am Silvesterabend bei jedem Glockenschlag die Kehle runterwürgen darf. Aber ich schweife ab. Was ich eigentlich sagen wollte: Für mich muss sich niemand ein Bein ausreißen und ich denke, ich spreche da für viele Frauen*, wenn ich sage, dass es uns doch nur um einen kleinen Liebesbeweis geht. Der ist mit Blumen und Pralinen genauso erbracht wie mit einem schönen Liebesbrief.

Mann* sagt jetzt natürlich: “Aber ich geh doch davon aus, dass Du weißt, dass ich Dich liebe!” Da kann ich mir nur heftig an den Kopf hauen. Habt Ihr denn die Frauen* immer noch nicht verstanden? Wir wissen sowieso und generell alles und lieben es einfach nur, Euch im Glauben zu lassen, es wäre anders. Liebe ist ein Spiel, bei dem bestimmte Regeln gelten, wie z.B. “Der Mann* muss der Frau* in regelmäßigen Abständen seine Liebe beweisen, mindestens jedoch einmal alle 6 Monate” oder “Eine Frau* kämpft mit allen Mitteln um die Liebe des Mannes*, indem sie sich nett anzieht, nett lächelt, nett kocht und nett im Bett…” naja und so weiter.

Also um jetzt mal den Kreis zu schließen: Frauen* mögen den Valentinstag. Alle. Auch die, die behaupten, es nicht zu tun. Solche nämlich sind nur neidisch, weil sie gerade keine Beziehung, keinen Verehrer oder einen bocklangweiligen Ehemenschen haben. Und wieder einmal sind Frauen* doch eigentlich ganz einfach zufrieden zu stellen: ein Brief, eine Rose, ein Milka-Herz und der Tag ist gerettet.

Und an die Frauen*: beschwert Euch doch nicht immer alle, dass Eure Männer* kein Interesse an der Begehung des ach so wichtigen Valentinstags hätten! Ihr müsst Euch doch auch mal klar machen, dass dieser Tag für den Mann* überhaupt keine Vorteile, sondern nur Nachteile birgt (ist teuer, anstrengend, etc.) Ich bin mir sicher, ein neuer Akkuschrauber, oder bei kleinerem Budget einfach neue Akkus, werden sein Herz öffnen und ihn anspornen, sich beim nächsten Valentinstag richtig Mühe zu geben.

Wie es in den Wald schreit, so schallt es wieder heraus.

3 thoughts on “Valentinstag

  1. Anonym

    Liebe Sophie,
    zuerst möchte ich das Neid- Argument ausräumen: ich bin eine Frau, ich habe einen Verehrer = Ehemann (übrigens nicht im geringsten langweilig) also auch eine Beziehung. Und ich mag den Valentinstag nicht. Nicht im Geringsten. Nicht mal ansatzweise. Denn der Valentinstag ist eine Erfindung der Blumen-/ Pralinen- oder was- weiß – ich Industrie, die uns dazu verleiten soll, genau an diesem Tag deren Absatz zu fördern. Mehr nicht. Aus diesem Grund fühlen sich Männer verpflichtet, uns Blumen, Pralinen oder – noch geschmackvoller: rote Plüschherzen mit geschwungenem „Ich liebe dich“ Schriftzug zu kaufen. Ich habe übrigens kürzlich zwei völlig identische dieser Sorte in meiner Schublade gefunden und habe nicht die leiseste Ahnung, wo sie herkommen. Aber das gehört natürlich nicht hierher…
    Mein Mann hat ein striktes Valentinstagsgeschenkverbot. Das stellt schon insofern kein Problem dar, als dass das Jahr liebenden Männern noch 364 weitere Tage zur Geschenvergabe nach freiem Belieben zur Verfügung stellt. (Evtl. abzüglich Geburtstag oder Weihnachten). Und dann wissen wir doch, es kommt wirklich von Herzen…
    Liebe Grüße
    H

  2. Kai

    Liebe H,

    wenn ein Mann sich „verpflichtet“ fühlt, der Frau seines Herzens ein Geschenk zu machen, dann liegt doch schon etwas ganz deutlich im Argen.
    Geschenke kommen von Herzen, nur dann sind sie ehrlich gemeint.
    Alles andere ist Heuchelei.
    Sicher wäre es schwach, wenn man(n) nur am Valentinstag auf die Idee käme, seine Liebe und Zuneigung mittels eines Geschenks zu beweisen. Doch ich als Mann würde mir dermaßen schäbig vorkommen, wenn ich gerade an diesem „Tag der Verliebten und Liebenden“ auf eine kleine Aufmerksamkeit verzichten würde.
    Es liegt nun einmal Symbolgehalt darin, und Symbole sollte man nicht unterschätzen, denn sie beeinflussen unser Unterbewusstsein mehr, als wir uns vielleicht eingestehen wollen.

    Beste Grüße,

    Kai

  3. Anonym

    Lieber Kai,

    du schreibst: „Wenn ein Mann sich „verpflichtet“ fühlt, der Frau seines Herzens ein Geschenk zu machen, dann liegt doch schon etwas ganz deutlich im Argen.“

    und: „Doch ich als Mann würde mir dermaßen schäbig vorkommen, wenn ich gerade an diesem „Tag der Verliebten und Liebenden“ auf eine kleine Aufmerksamkeit verzichten würde.“

    Bedeutet das nicht, du fühlst dich an diesem Tag verpflichtet? Dann weißt du ja, was ich meinte. 🙂

    Schöne Grüße

    H

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