Peter Pan

Gestern habe ich vormittags, beim morgendlichen Müsli, den Anfang des Filmes „Hook“ gesehen. Und wie schon beim ersten Mal war ich verzaubert. Vor allem auch deshalb, weil ich den erwachsenen Peter Pan immer mit meinem Vater verglichen habe – schwer beschäftigt, nie ein Ohr oder Auge für meine Belange. Leider ist mein Vater nicht Peter Pan und deshalb nahm die Geschichte auch kein gutes Ende. Aber das ist ein anderes Thema.

Peter Pan wollte nie erwachsen werden. Stattdessen wollte er lieber weiterhin wie ein Hahn krähen und mit den anderen Kindern den ganzen Tag lang abenteuerliche Spiele spielen. Aber eines Tages traf er ein Mädchen* und verliebte sich und alles ging den Bach runter.

So ist es im wahren Leben auch. Die meisten von uns wollen niemals erwachsen werden, weil sie Angst davor haben, für bestimmte Dinge oder bestimmte Menschen Verantwortung zu übernehmen. Ich finde es doch erstaunlich, wenn ein 26 jähriger seine ewige Jugend damit rechtfertigt, dass er doch jetzt endlich mal frei sei und etwas erleben könne. Das sollte mensch doch nicht mit zu viel Verantwortung verschwenden. Ich aber frage mich, an welchem Punkt ein 26 jähriger Student mal KEINE Freiheit hatte und NICHTS erleben konnte!

Die persönliche Verantwortung ist sozusagen Captain Hook, etwas, dem eins sich stellen muss, aber nicht grundsätzlich etwas, dass uns die Freiheit nimmt. Im Gegenteil, haben wir uns mit Captain Hook konfrontiert, ihm gezeigt wo der Hammer – oder vielmehr die Uhr – hängt, dann sind wir ihn und die Bedrohung, die von ihm ausgeht, erst einmal los. Übersetzt heißt das also, dass Verantwortung nicht unbedingt heißen muss, dass all meine Freiheiten verschwinden. Mit der Verantwortung ist es wie mit einer guten Körperhaltung: wir müssen sie üben und irgendwann funktioniert sie ganz von alleine. Am Anfang ist es vielleicht anstrengend, aber irgendwann merkt eins sie gar nicht mehr, sie wird zum natürlichen Zustand.

Wie auch in der Geschichte von Peter Pan geht die primäre Bedrohung von einer Frau* aus. Frauen* sind quasi identisch mit Verantwortung. Eine feste Beziehung bedeutet eben, dass Mann* für seine Partnerin Verantwortung übernimmt. Im schlimmsten Fall muss er dann auch noch für seinen Nachwuchs Verantwortung übernehmen. Das ist einfach zu viel für einen absoluten Verantwortungsanfänger. Vor Angst, in Verantwortung zu versinken versucht er es gar nicht erst.

Liebe Männer*: ihr wollt Peter Pan sein? Euch ist schon klar, dass Peter Pan einen Fingerhut für einen Kuss hält, oder?! Das Sexualleben eines Pater Pans ist nicht besonders aufregend!

Erwachsensein und Verantwortung sind also nicht per se eine schlechte Sachen. Diese Dinge ermöglichen uns auch, stabile Beziehungen einzugehen, die uns nicht nur einengen, sondern auch auffangen. Das Netz, von dem Ihr denkt, dass es Euch den Atem nimmt, ist eigentlich das Auffangnetz, dass Euch Sicherheit und Geborgenheit garantiert. Niemand kann alleine stehen, nicht mal der männlichste* Mann*. Wir alle sind darauf angewiesen, dass uns jemand auffängt. Aber um den Wert eines solchen Netzes zu begreifen, muss mensch seine eigene Schwäche erkennen und vor allem tolerieren.

Erwachsenwerden heißt also nicht, stark zu werden, sondern schwach. Erwachsenwerden heißt, sich von anderen auffangen zu lassen und andere aufzufangen. Verantwortung heißt nichts anderes, als sein Netz aufzuspannen, falls ein geliebter Mensch aus dem Gleichgewicht gerät.
Nichts anderes tut Peter Pan, wenn er seine geliebte Wendy an die Hand nimmt und mit ihr ins Nimmerland fliegt.

Close your eyes
Give me your hand, darling
Do you feel my heart beating
Do you understand
Do you feel the same
Or am I only dreaming
Is this burning, an eternal flame…

One thought on “Peter Pan

  1. Peter P.

    Langweilig…

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