Hör doch auf zu mackern!

Es gibt zwei Sorten von Männern*: Macker und Nerds. Dazwischen gibt es noch die Homosexuellen, aber die sind für uns Frauen* ja nur bedingt relevant. Wir müssen uns also einfach für das kleinere Übel entscheiden. So ist das Leben!
 
Was macht einen Macker aus? Der Macker hat einen Macker-Beruf, also einen, der bei Frauen* von vornherein gut ankommt. Zum Beispiel Regisseur. Ich habe letzte Woche im Kino einen Regisseur kennengelernt, der so tat, als wolle er mich als Lektorin engagieren. Es stellte sich aber heraus, dass er mich eigentlich in ein Pradakleid stecken, zu einer schicken Party mitnehmen und danach vögeln wollte. Als ich auf die Frage, ob ich meinem Freund treu sei, mit „ja“ antwortete, setzte er sich um und quatschte die nächste Frau* an. Der Erfolg gibt ihm leider recht: Es gibt sicher genug Frauen*, die für einen Prada-Fummel und fünf Minuten Ruhm die Beine breit machen und dabei noch das Gefühl haben, im Leben etwas zu erreichen. 
 
Das zweite Merkmal für einen Macker: Er spielt mit Dir wie die Katze mit der Maus. Erst lässt er Dich ein Stück laufen, nennt Dich „Kleines“ und „Süße“ und suggeriert Dir, er steht auf Dich. Sobald Du versuchst, ihn festzunageln, zum Beispiel ein zweites Date auszumachen, rast die Tatze auf Dich herunter. Er liefert Dir Ausreden, die völlig durchschaubar sind und der Skandal an der Sache ist: Du schluckst sie trotzdem und erfindest sogar selbst noch ein paar Ausreden, die seine Ausrede rechtfertigen („Er ist einfach unsicher und will nicht verletzt werden!“). Sobald Du aufgegeben hast, ihn alle zwei Tage nach einem Treffen zu fragen, kommt er plötzlich wieder an: „Wann sehen wir uns?“ Die Maus freut sich und rennt Richtung Freiheit: „Morgen?“ „Oh, da bin ich leider krank.“ Zack, die Tatze saust wieder runter.
 
Der Nerd dagegen hat einen Nerd-Beruf und träumt davon, dass mal eine Frau* zu ihm sagt: „Echt, Du bist Software-Entwickler?! Das ist ja soo sexy! Bitte steck mich in ein Pradakleid und vögel mich, damit ich in Deiner Firma arbeiten kann!“ Frauen* sieht der Nerd eigentlich nur in seiner Porno-Sammlung oder mit Maschinengewehr bewaffnet in seinen Ego Shootern. Daher fällt es dem Nerd auch schwer, Frauen* anzusprechen. Sein Repertoire umfasst nur Sätze wie „Warum liegt hier eigentlich Stroh?“ oder „Ey, weißt Du eigentlich wie klein mein Ping ist?!“ und führt ihn selten zum Ziel.
 
Vom Umgang mit Menschen hat der Nerd allgemein wenig Ahnung. Katz-und-Maus-Spiele kennt er nur von Tom & Jerry. Der Nerd tut sich mit Baggern schwer und merkt in der Regel gar nicht, wenn er selbst angebaggert wird. Ich versuchte mal, meinen Nerd-Nachbarn anzubaggern, als ich ein Paket von ihm abholte, das der Briefträger bei ihm für mich abgegeben hatte. Um Aufmerksamkeit zu erregen schminkte ich mich extra noch und zog mich um. Ich kündigte mein Kommen sogar per SMS an („Ich komme heute um 10 Uhr mein Paket abholen.“). Der Nerd jedoch öffnete die Tür, drückte mir mein Paket in die Hand und… nichts. Ich steckte meinen Kopf ganz weit in seinen Flur und machte ein Kompliment bezüglich seiner Einrichtung, doch statt eines „Komm doch rein“ schlug mir nur Stille entgegen, so dass ich mein Paket nahm und mich etwas deprimiert in meine Wohnung trollte.
 
Irgendwann muss sich jede Frau* entscheiden, ob sie ihr Leben lieber mit einem Macker oder mit einem Nerd verbringen möchte. Ob sie sich ihr Leben lang erniedrigen lassen oder die Mutter eines bebrillten Sozialspastikers spielen möchte. Ich weiß, das klingt desillusionierend. Aber die Männer* haben es nicht besser. Die müssen sich nämlich zwischen Mauerblümchen und Powerfrauen* entscheiden und das ist viel schwieriger als es jetzt klingt. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anders Mal erzählt werden…

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