Der BMW-Fahrer ist in Elternzeit

Wir wissen, dass der BMW-Fahrer in Elternzeit ist, weil er jetzt nicht mehr zu gewohnter Stunde BMW fährt, sondern zu ungewohnter Stunde und mit Kindersitz. Der BMW-Fahrer ist stolz darauf, in Elternzeit zu sein, denn der BMW-Fahrer ist ein moderner Mann. Ein Mann, der seiner Frau den frühen Wiedereinstieg in den Beruf ermöglicht, denn das ist es, was moderne Männer tun. Der BMW-Fahrer weiß, wie er sein Kind füttert, wickelt und badet. Und er weiß sogar, welches Kuscheltier am besten tröstet. Der BMW-Fahrer ist sehr stolz darauf, dass er das weiß. Der BMW-Fahrer hat all das von seiner Frau gelernt. Und das was er nicht gelernt hat, hat sie ihm aufgeschrieben. Der BMW-Fahrer kauft jetzt auch ein. Er ist stolz darauf, dass er auch alleine ans Klopapier denkt (5-lagig und mit Zimtduftnote!), selbst wenn seine Frau es einmal nicht auf den Einkaufszettel geschrieben hat. Außerdem richtet der BMW-Fahrer der Putzkraft aus, wenn die Fenster zu putzen oder die Bücherregale zu entstauben sind. Das hat er in seiner gesamten Elternzeit erst ein einziges Mal vergessen. Darauf ist der BMW-Fahrer besonders stolz.

Und die Frau vom BMW-Fahrer ist übrigens auch sehr stolz auf ihren Mann. Und dankbar, dass sie wieder frühzeitig in ihren Beruf einsteigen und sich voll und ganz darauf konzentrieren kann. Sie ist dankbar, dass ihr Mann alles macht, was sie ihm aufträgt und nur ganz selten mal jammert, dass er müde oder gestresst sei. Manchmal massiert er ihr abends beim Kochen sogar die Schultern. Der BMW-Fahrer ist ein ganz besonderer Mann.

Das findet auch der Chef vom BMW-Fahrer. Der Chef vom BMW-Fahrer unterstützt, dass seine männlichen Mitarbeiter Elternzeit nehmen. Das zeugt von Verantwortung, sagt er. Deshalb soll der BMW-Fahrer nach seiner Elternzeit eine Beförderung erhalten.

Darauf sind alle stolz: Der BMW-Fahrer, die Frau vom BMW-Fahrer und auch der Chef vom BMW-Fahrer. Alle sind überzeugt: Aus dem BMW-Fahrer wird einmal etwas ganz Großes, vielleicht der Chef von ganz vielen BMW-Fahrern, die ihren Frauen den frühen Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen.

Das findet seine Frau so großartig, dass sie beschlossen hat, ihren Mann bei seiner Karriere zu unterstützen. Wenn der BMW-Fahrer also der Chef von anderen BMW-Fahrern wird, die ihren Frauen den frühen Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen, dann übernimmt seine Frau wieder die Kinderbetreuung, um ihm den Rücken freizuhalten. Denn es ist für unsere Gesellschaft wichtig, dass Männer wie der BMW-Fahrer den Rücken frei haben, um anderen BMW-Fahrern zu ermöglichen, ihren Frauen den frühen Wiedereinstieg in den Beruf zu ermöglichen. 

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