Alles was zählt

Kennt Ihr diese Abende, an denen eins sich fragt, wozu mensch am nächsten Morgen eigentlich noch aufstehen soll? Wozu es sich lohnt ins Bett zu gehen und auszuruhen, wofür mensch fit und am Leben sein sollte? Wozu eins sich den Wecker stellen soll, sich aus dem Bett und unter die Dusche werfen? Wozu eins sich zur Arbeit quälen sollte? Wozu mensch überhaupt die Anstrengung in Kauf nehmen sollte, morgens ein- und auszuatmen?
 
Also ich kenne diese Abende.
 
Und nur um Fragen zuvor zu kommen: heute ist nicht einer dieser Abende.
Also wozu? Wozu aufstehen? Worauf kommt es an?
 
Es gibt diese glorreiche TV-Serie mit vielversprechenden Titel Alles was zählt. Aber daraus wurde ich auch nicht so recht schlau, was eben diese Frage nach dem Sinn und Zweck meines Daseins angeht. Worauf kommt es denn nun an? Ich muss zugeben, ich habe nur einige wenige Folgen gesehen und kann nun wählen, ob es auf eine Karriere als unglücklich verliebte Eiskunstläuferin ankommt, oder auf die Ehe mit einem Mann*, der mich nicht liebt! Schwierige Entscheidung…
 
Letztendlich sind es meiner Meinung nach nicht der Eiskunstlauf, Berühmtheit, Geld, Macht und Schönheit, für die es sich lohnt aufzustehen. Deshalb sind auch all die Reichen und Berühmten nicht automatisch die glücklicheren Menschen.
Glück? Stehen glückliche Menschen lieber auf? Was sind glückliche Menschen? Menschen mit einer intakten Familie, einem stabilen Einkommen, einem Beruf, in dem sie aufgehen und einem ausgedehnten Jahresurlaub? Eins mag es kaum glauben, aber auch solche Menschen möchten manchmal nicht mehr aufstehen.
Worauf es ankommt? Was zählt denn dann noch?
 
Es ist die Hoffnung, dass ich morgen eine einzige Träne weniger weine.
Es ist die Hoffnung, dass morgen ein einziger Tropfen Regen weniger fällt.
Die Hoffnung, dass die Sonne eine Minute länger scheint als heute und dass ich eine Minute weniger darüber nachdenke, wozu es sich lohnt, morgen aufzustehen.

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