Akademiker TV

„Mitten im Leben“, „We are Family – So lebt Deutschland“, „U20 – Deutschland, Deine Teenies“ und viele andere Sendungen behaupten, sie lieferten uns ein Bild vom Leben unserer Nation. Angenommen, ein Marswesen würde diese Sendungen ansehen, so hätte es einen umfangreichen Einblick in das Leben der Menschen in Deutschland – so behaupten es zumindest die Privatsender.

Merkwürdig doch aber, dass es sich bei den gezeigten Menschen immer um dieselbe Bevölkerungsschicht handelt: Hartz IV Empfänger_innen. Okay, manchmal geht es auch um Teenymütter, die NOCH keine Hartz IV Empfängerinnen sind. Müssten diese Sendungen also nicht eigentlich anders heißen? „Mitten in Hartz IV“ oder „We are Assis – So lebt die deutsche Unterschicht“ oder „U20 – Deutschland, Deine Teenymütter“?!

Ich hab es so satt mir ständig reinzuziehen, wie im Verfall begriffene, dauerrauchende, aufgeschwemmte Hartz IV Empfänger_innen mit aschfahler Haut und fettigen Haaren ihre Pseudo-Probleme austragen. „Die 15-jährige Cindy verträgt sich seit der Geburt ihres zweitens Sohnes Jimmy-Ronny nicht mehr gut mit ihrer ehemals besten Freundin Mandy.“ Oder: „Die 51-jährige Hartz IV Empfängerin Rosi wohnt noch immer mit ihren drei Hartz-IV empfangenden Kindern Jessi, Marcel und Jackeline zusammen und möchte, dass sich diese endlich ein eigene Bleibe suchen.“ Oder: „Die übergewichtige, alleinerziehende Mutter Jutta, verdient ihren Lebensunterhalt mit Hardcore-Pornos, die sie mit dem Nachbarn Uwe im Wohnzimmer dreht, während die Kinder in der Schule sind.“

Wie wäre es denn mal mit anspruchsvollerem Fernsehen, in dem statt Hartz IV Empfänger_innen mal Akademiker_innen von ihrem Alltag erzählen. „Mitten in der Uni“, „We are Single – So lebt Deutschland“ oder „U 20 – Deutschland, Deine Abiturient_innen“. Ich freue mich schon auf folgende Beiträge: „Die 40 jährige Akademikerin Birte zieht mit ihrem Freund zusammen. Das erste Mal in ihrem Leben wird sie nun mit einem Mann* zusammenleben – abgesehen von ihrer Zeit im linksradikalen Wohnprojekt in Berlin-Neukölln.“ Oder: „Die Promotionsstudentin Johanna versucht, sich durch Publikationen in Fachzeitschriften eine Südostasienreise zu finanzieren. Doch ihr Freund, der bereits seine Promotion abgeschlossen hat, möchte lieber nach Peru. Was nun?“ Oder: „Endlich ist es soweit: die diplomierte Mathematikerin Frauke hat sich durch eine Samenspende endlich den Wunsch nach einem Kind erfüllt. Da Frauke bereits 48 Jahre alt ist, handelt es sich um eine Risikoschwangerschaft. Sie hat sich jedoch bereits ausgerechnet, dass statistisch gesehen die Wahrscheinlichkeit einer problemlosen Geburt bei ca. 85,3 % liegt…“

Also wenn ich mir das mal so durch den Kopf gehen lasse… ICH WILL TEENYMÜTTER SEHEN!!!

One thought on “Akademiker TV

  1. also ich würd mir beides nicht anschauen wollen, aber du hast schon recht, lieber asoziale teenymuddis als langweilige akademiker *gäääähn*

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